
Allrounder
Series II
Die Variante Series II ist ab 395.060 € der Einstieg in die aktuelle Modellfamilie. Dazu kommen Allrad, 118,0 kWh brutto, bis zu 195 kW DC.
FirstEV Modellübersicht
Mit dem Spectre hat Rolls-Royce 2023 ausgerechnet im großen Luxus-Coupé den Wechsel zum Elektroantrieb begonnen. Das passt besser zur Marke, als es zunächst klingt: Lautlosigkeit, gleichmäßige Kraftentfaltung und müheloser Nachdruck gehören seit jeher zu ihrem Selbstverständnis. Der Spectre nutzt dafür keinen umgebauten Verbrenner, sondern eine eigene Auslegung des flexiblen Aluminium-Spaceframes „Architecture of Luxury“, dessen Elektrifizierung früh eingeplant war. Die 2026 eingeführte Series II entwickelt dieses Konzept mit einer neuen Zellgeneration, mehr nutzbarer Energie und größerer Reichweite weiter, ohne den Charakter des Fahrzeugs neu zu erfinden. Damit bleibt der Spectre weniger ein Technikexperiment als die konsequent elektrische Form eines klassischen Rolls-Royce-Grand-Tourers.
Schnelle Entscheidung
Die sinnvollste Wahl hängt weniger von der Maximalleistung als von Karosserie, Antrieb und Einsatzprofil ab.

Allrounder
Sportwagen / Coupé · Baureihe RR25
Die Variante Series II ist ab 395.060 € der Einstieg in die aktuelle Modellfamilie. Dazu kommen Allrad, 118,0 kWh brutto, bis zu 195 kW DC.

Reichweite · Performance
Sportwagen / Coupé · Baureihe RR25
Mit bis zu 629 km WLTP bietet sie die größte Normreichweite der Modellfamilie. Die Leistungsspitze markiert diese Variante mit 680 PS und 4,3 s von 0 auf 100 km/h. Dazu kommen Allrad, 118,0 kWh brutto, bis zu 195 kW DC.
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Herstellerangaben und gepflegte FirstEV-Daten; Preis jeweils ohne individuelle Sonderausstattung.
| Variante | Preis | WLTP | Batterie | Leistung | 0–100 km/h | DC | Kofferraum | Antrieb |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Series IIRR25 | 395.060 € | 582 km | 118,0 kWh | 442 kW / 601 PS | 4,5 s | 195 kW | 380 l | Allrad |
| Black BadgeRR25 | 460.000 € | 629 km | 118,0 kWh | 500 kW / 680 PS | 4,3 s | 195 kW | 380 l | Allrad |
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Hier findest du Fotos des 2026 Rolls-Royce Spectre mit Außenansicht, Innenraum, Cockpit, Kofferraum und Detailaufnahmen.
Schwarzer Rolls-Royce Spectre 2026 Frontansicht Kühlergrill
2026 Rolls-Royce Spectre dunkelgrün Frontansicht Kühlergrill
Schwarzer Rolls-Royce Spectre 2026 Front Dreiviertelansicht
2026 Rolls-Royce Spectre dunkelgrün Frontansicht Kühlergrill
Dunkelgrüner Rolls-Royce Spectre 2026 Heckansicht
2026 Rolls-Royce Spectre dunkelgrün Heckansicht
Schwarzer 2026 Rolls-Royce Spectre Seitenfrontansicht
Dunkelgrüner Rolls-Royce Spectre 2026 Schrägfrontansicht
Schwarzer Rolls-Royce Spectre 2026 Front-Seitenansicht
Dunkelgrüner Rolls-Royce Spectre 2026 Heckansicht
Dunkelgrüner Rolls-Royce Spectre 2026 Frontansicht
2026 Rolls-Royce Spectre Dunkelgrün Heckansicht
2026 Rolls-Royce Spectre dunkelgrün seitlich
Dunkelgrüner Rolls-Royce Spectre 2026 Front-Seitenansicht
Schwarzer Rolls-Royce Spectre 2026 Frontansicht
Grüner Rolls-Royce Spectre 2026 mit schwarzer Motorhaube
Grüner Rolls-Royce Spectre 2026 Frontalansicht mit Kühlergrill
2026 Rolls-Royce Spectre Grün Frontansicht
Dunkelgrüner Rolls-Royce Spectre 2026 Seitenansicht
Dunkelgrüner Rolls-Royce Spectre 2026 Seitenansicht
2026 Rolls-Royce Spectre grüne Rückleuchte Detail
Hellblauer Rolls-Royce Spectre 2026 Schrägansicht vorne
Hellblauer Rolls-Royce Spectre 2026 Frontansicht
2026 Rolls-Royce Spectre Hellblau Seitenansicht
Hellblauer Rolls-Royce Spectre 2026 Heck-Seitenansicht
Quelle: Rolls RoyceRolls Royce
Ausführliche Einordnung
Technik, Fahrcharakter, Alltag, Kritik und die Rolle der einzelnen Varianten.
Der Spectre war von Beginn an mehr als ein elektrischer Ersatz für ein großes Zwölfzylinder-Coupé. Sein nahezu lautloser Antrieb, die gleichmäßige Kraftentfaltung und das hohe Gewicht passen erstaunlich gut zu jener Mischung aus Ruhe und Nachdruck, die Rolls-Royce seit Jahrzehnten kultiviert. Mit dem Spectre Series II wird dieses Konzept für das Modelljahr 2026 technisch weiterentwickelt: Eine neue Zellgeneration vergrößert den nutzbaren Energieinhalt auf rund 112,5 kWh, die Reichweite steigt um bis zu 18 Prozent und auch die Ladezeit sinkt. Gleichzeitig bleibt die grundlegende Aluminiumarchitektur erhalten, die Batterie, Karosserie und Fahrwerk enger miteinander verknüpft als bei einer nachträglich elektrifizierten Plattform.
Der Spectre steht auf der sogenannten Architecture of Luxury, einem skalierbaren Aluminium-Spaceframe, der auch Ghost, Phantom und Cullinan trägt. Entscheidend ist jedoch, dass Rolls-Royce die Plattform bereits ab 2014 sowohl für Verbrennungsmotoren als auch für einen späteren Elektroantrieb auslegte. Schottwand, Boden, Querträger und Schweller lassen sich innerhalb vier definierter Eckpunkte modellspezifisch positionieren. Der Spectre ist deshalb kein Verbrennermodell mit nachträglich eingefügtem Akku, sondern nutzt diese Freiheitsgrade für einen eigenen Unterboden und eine besonders tiefe Sitzposition.
Das erklärt auch seine Proportionen. Trotz des hohen Aufbaus im Schwellerbereich bleibt das Coupé flach, die weit nach hinten gezogene Windschutzscheibe schafft einen tiefen Instrumententräger und der Innenraum wirkt eher um die Insassen gelegt als auf eine Batterie gesetzt. Der technische Fortschritt liegt hier nicht in einem einzelnen Bauteil, sondern in der frühen Entscheidung, eine Luxusplattform so variabel zu konstruieren, dass der Wechsel des Antriebskonzepts weder den Fußraum noch die klassische Silhouette erzwingt.
Zwischen Batterie und Innenraumboden verläuft ein eigener Kanal für Leitungen und Komponenten der Klimatisierung. Darunter sitzt das Batteriegehäuse in einem glatten Unterboden. Diese doppelte Bodenstruktur trennt sensible Leitungswege vom Zellpaket, verbessert die Aerodynamik und bindet das Gehäuse zugleich als tragendes Element in den Spaceframe ein. Gegenüber früheren Rolls-Royce-Karosserien steigt die Torsionssteifigkeit dadurch um rund 30 Prozent.
Mehr Steifigkeit ist bei einem fast drei Tonnen schweren Zweitürer nicht nur ein abstrakter Karosseriewert. Sie gibt den Aufhängungspunkten eine stabilere Basis, sodass Federn, Dämpfer und aktive Stabilisatoren präziser arbeiten können. Außerdem übernimmt der Akku eine akustische Nebenrolle: Schon das ursprüngliche Paket brachte ungefähr 700 Kilogramm Masse zwischen Fahrbahn und Kabine. Zusammen mit dem doppelten Boden schirmt es Roll- und Antriebsgeräusche ab, statt lediglich als Energiespeicher mitgeführt zu werden.
Die wichtigste Änderung des Series II steckt im Batteriegehäuse. Der erste Spectre nutzte prismatische Zellen der fünften BMW-Elektroantriebsgeneration und stellte davon etwa 102 kWh zur Verfügung. Im Series II kommen großformatige Rundzellen einer neueren Zellgeneration zum Einsatz; nutzbar sind je nach Variante rund 112,4 bis 112,5 kWh. Der Energiezuwachs von gut zehn Prozent entsteht also nicht durch ein vollkommen neues Fahrzeugkonzept, sondern durch eine höhere Energiedichte und eine überarbeitete Belegung des vorhandenen Unterbodenraums.
Die bis zu 18 Prozent größere WLTP-Reichweite kann damit nicht allein aus der zusätzlichen Kapazität stammen. Zellchemie, geringere elektrische Verluste, Antriebsabstimmung und Thermomanagement müssen ebenfalls beitragen. Bis zu rund 628 Kilometer sind für ein mehr als zwei Meter breites Coupé mit 23-Zoll-Rädern vor allem deshalb bemerkenswert, weil Rolls-Royce die sichtbare Form und den Komfortanspruch nicht für einen extrem niedrigen Verbrauch opfert. Der ausgewiesene Bestwert von etwa 20,2 kWh pro 100 Kilometer bleibt allerdings ein Homologationswert; große Räder, Autobahntempo und individuelle Ausstattungen werden die reale Reichweite deutlich stärker beeinflussen.
Der Series II wechselt nicht auf ein 800-Volt-System. Das ist technisch weniger spektakulär als bei manchen neueren Hochleistungsmodellen, passt aber zur weiterentwickelten 400-Volt-Basis des Fahrzeugs. Beim bisherigen Spectre waren für 10 bis 80 Prozent rund 34 Minuten angegeben. Rolls-Royce nennt für den Series II eine um bis zu 14 Prozent kürzere Ladezeit, veröffentlicht bislang aber weder eine neue Spitzenleistung noch ein vollständiges Ladefenster.
Gerade deshalb ist der Unterschied zwischen Maximalwert und Ladekurve wichtig. Ein kurzer Peak hilft auf Reisen weniger als eine Leistung, die auch bei steigendem Zellfüllstand und wiederholten Schnellladungen stabil bleibt. Das größere Paket senkt bei gleicher Ladeleistung zudem die Belastung jeder einzelnen Kilowattstunde; neue Zellen und eine passende Temperaturführung können so einen höheren Durchschnitt ermöglichen, ohne dass die größte Zahl auf dem Datenblatt stark steigen muss. Rechnerisch entsprächen 14 Prozent weniger als 34 Minuten knapp 29 Minuten. Solange Rolls-Royce das identische Messfenster nicht bestätigt, ist das jedoch eine Einordnung und kein zugesicherter 10-bis-80-Prozent-Wert.
An Vorder- und Hinterachse arbeiten fremderregte Synchronmaschinen. Ihr Rotor erzeugt das Magnetfeld elektrisch und benötigt keine Permanentmagnete aus seltenen Erden. Die Erregung lässt sich an Last und Drehzahl anpassen: Beim Beschleunigen steht ein starkes Rotorfeld zur Verfügung, bei geringer Last kann die Erregung reduziert werden. Das erweitert den nutzbaren Wirkungsgradbereich und hilft bei hohen Geschwindigkeiten, verursacht aber zusätzliche elektrische Verluste für den Rotorstrom. Für ein schweres Langstrecken-Coupé ist diese kontrollierbare, sehr gleichmäßige Kraftabgabe wichtiger als eine möglichst aggressive Leistungscharakteristik.
Im normalen Spectre Series II stehen 442 kW und 1.015 Nm bereit. Der Black Badge hebt die Leistung im Infinity Mode auf 500 kW und kann im Spirited Mode kurzzeitig bis zu 1.100 Nm freigeben. Dass die Einzelleistungen beider Motoren nicht einfach zur Systemleistung addiert werden, ist dabei normal: Vorder- und Hinterachse erreichen ihre jeweiligen Spitzen nicht zwingend bei derselben Drehzahl, während Batterie, Leistungselektronik und Traktion die gemeinsam abrufbare Leistung begrenzen.
Infinity und Spirited sind keine gewöhnlichen Fahrprogramme. Infinity schaltet per Lenkradtaste die volle Leistung frei und verschärft die Reaktion auf das Fahrpedal. Spirited wird im Stand mit gleichzeitig betätigter Bremse und Fahrpedal vorbereitet und stellt nach dem Lösen der Bremse den höchsten Drehmomentimpuls bereit. Die Trennung ist sinnvoll: Dauerhaft nervöse Pedalkennlinien würden dem Charakter des Spectre widersprechen, ein bewusst angeforderter Leistungsschub bleibt trotzdem verfügbar.
Die Entwicklung folgte anonymisierten Nutzungsdaten von Black-Badge-Kunden. Sie zeigten, dass die volle Leistung meist in kurzen Impulsen und nicht über lange Zeiträume abgerufen wird. Der Modus ist damit weniger ein Versprechen dauerhafter Rennstreckenleistung als eine exakt definierte thermische und fahrdynamische Reserve. Beim Series II steigt dieser kurzzeitige Spielraum nochmals, ohne aus dem Spectre einen klassischen Sportwagen machen zu wollen.
Das Planar-Fahrwerk kombiniert Luftfederung, adaptive Dämpfer, aktive Wankstabilisierung und Hinterachslenkung. Seine Besonderheit zeigt sich auf gerader Strecke: Die Stabilisatoren können entkoppelt werden, sodass ein Rad eine Unebenheit verarbeitet, ohne die Bewegung unmittelbar auf die gegenüberliegende Seite zu übertragen. Das reduziert das seitliche Kopfnicken und die feinen, schnell aufeinanderfolgenden Stöße, die in einer sehr leisen Kabine besonders auffallen würden.
Erkennt das System eine Kurve, werden die Stabilisatoren wieder gekoppelt, die Dämpfung angepasst und die Hinterachslenkung einbezogen. Fast 20 Parameter aus Lenkung, Bremse, Antrieb und Aufhängung fließen in diese Regelung ein. Die hohe Karosseriesteifigkeit ist dafür eine Voraussetzung: Je weniger sich die Struktur selbst verwindet, desto genauer kann die Elektronik zwischen einer Radbewegung, einem Lenkwunsch und echtem Wanken unterscheiden.
Beim Black Badge werden Lenkkräfte, Wankregelung und Dämpfung straffer abgestimmt. Das verringert Aufbaubewegungen beim Beschleunigen und Verzögern und gibt der Lenkung mehr Gewicht. Physik lässt sich damit jedoch nicht ausblenden: Je nach Ausführung bewegt der Spectre Series II ungefähr 2,9 bis 3,0 Tonnen, und diese Masse belastet Reifen und Bremsen bei schnellen Richtungswechseln erheblich.
Genau hier fallen Fahrberichte erfreulich differenziert aus. Autocar lobte am bisherigen Spectre die außergewöhnliche Ruhe, die lineare Leistungsentfaltung und das souveräne Dahingleiten, bemerkte bei niedriger Geschwindigkeit aber einzelne harte oder hörbare Anregungen. Edmunds maß beim bisherigen Black Badge trotz Mehrleistung dieselbe Beschleunigung auf 60 mph wie beim Standardmodell und schwächere Werte beim Bremsen sowie auf der Kreisbahn. Das relativiert den Leistungsrekord: Der Black Badge ist die direktere Spectre-Interpretation, aber kein leichteres Auto. Ob die Series-II-Abstimmung daran messbar mehr als nur Nuancen ändert, müssen unabhängige Tests noch zeigen.
Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,25 ist der Spectre aerodynamisch effizienter als frühere Rolls-Royce-Modelle, obwohl die breite Pantheon-Kühlerform, die aufrechte Front und die großen Räder erhalten bleiben. Der flache Unterboden, die stark geneigte Scheibe und selbst die niedrigere Haltung der Spirit-of-Ecstasy-Figur wurden in die Luftführung einbezogen. Das zeigt, wie viele kleine Eingriffe nötig sind, um Reichweite zu gewinnen, ohne die Wiedererkennbarkeit zu verlieren.
Ein guter cW-Wert beseitigt allerdings nicht die große Stirnfläche. Bei Autobahntempo muss der Spectre weiterhin viel Luft verdrängen, während breite Reifen und 23-Zoll-Räder Rollwiderstand erzeugen. Die Reichweitenverbesserung des Series II ist deshalb vor allem ein Systemfortschritt aus Batterie, Antrieb und Detailaerodynamik, nicht das Ergebnis einer radikal effizienteren Karosserie.
Ein Elektroantrieb entfernt Verbrennungsgeräusche, macht Wind, Reifen und Fahrwerksimpulse aber umso deutlicher. Rolls-Royce musste den Spectre daher nicht einfach nur dämmen, sondern die Geräuschwege gezielt abstimmen. Batterie und Doppelboden blockieren Schall von unten, die steife Struktur verhindert knarzende Relativbewegungen und die Fahrwerksregelung reduziert kurze Karosserieanregungen. Gleichzeitig wurde bei der Entwicklung bewusst nicht jede Fläche maximal bedämpft, weil eine vollkommen akustisch tote Kabine desorientierend wirken kann.
Dass dieser Ansatz funktioniert, bestätigen die Eindrücke unabhängiger Tester. Edmunds bezeichnete den bisherigen Spectre als das leiseste mit einem Schallpegelmesser erfasste Fahrzeug des Hauses. Die vereinzelte Kritik an Abrollgeräuschen und kleinen Stößen bei niedrigem Tempo ist deshalb kein Widerspruch, sondern zeigt den hohen Maßstab: Wenn Antrieb und Luftgeräusche weitgehend verschwinden, wird ein einzelner Reifenschlag zur auffälligsten Information im Innenraum.
Im normalen Fahrzustand rekuperiert der Spectre zurückhaltend und lässt sich ähnlich wie ein traditioneller Rolls-Royce rollen. Über die B-Stellung am Wählhebel wird die Verzögerung deutlich stärker; dann ist Fahren bis zum Stillstand weitgehend mit einem Pedal möglich. Diese Zweiteilung ist mehr als Komfortkosmetik. Eine starke Standardrekuperation würde bei jeder kleinen Pedalbewegung Längskräfte erzeugen, während freies Rollen die Insassen weniger belastet. Wer im Stadtverkehr Energie gezielter zurückgewinnen möchte, kann die stärkere Kennlinie bewusst aktivieren.
Unter dem Namen Decentralised Intelligence verarbeitet der Spectre Daten möglichst nahe an den jeweiligen Steuergeräten, statt jedes Rohsignal zuerst an einen einzigen Zentralrechner zu senden. Rolls-Royce spricht von 141.200 Sender-Empfänger-Variablen, hinter denen weitere Zustände für Temperatur, Geschwindigkeit, Fahrbahn und Fahrstil liegen. Die große Zahl ist weniger wegen ihrer Menge interessant als wegen der Aufgabe: Fahrwerk, Antrieb und Komfortfunktionen müssen reagieren, bevor die fast drei Tonnen schwere Karosserie eine unerwünschte Bewegung sichtbar aufbaut.
Der Spectre verfolgt damit einen anderen Digitalansatz als Fahrzeuge, die ihre Modernität vor allem über einen dominanten Bildschirm zeigen. Klassische Taster und frei belegbare Direktwahltasten bleiben erhalten, während die komplexe Vernetzung im Hintergrund arbeitet. Gerade in dieser Zurückhaltung liegt ein wesentlicher Teil der technischen Glaubwürdigkeit des Modells.
Die Series-II-Änderungen reagieren auf einen realen Schwachpunkt des ersten Spectre. Autocar ermittelte mit dem bisherigen Modell im gemischten Test weniger als 250 Meilen reale Reichweite und sah die 400-Volt-Ladetechnik als Grenze eines ansonsten außergewöhnlich vollständigen Luxusautos. Der größere Akku und die kürzere Ladezeit setzen genau dort an, ohne Karosserie und Fahrcharakter neu zu erfinden.
Gleichzeitig zeigen die Nutzungsdaten, dass viele Besitzer fast ausschließlich zu Hause laden und im Mittel etwa 6.500 Kilometer pro Jahr fahren. Das erklärt, warum Rolls-Royce Reichweite, Zellreserve und eine belastbare Ladekurve höher gewichtet als einen demonstrativen Spannungssprung. Der Spectre Series II muss nicht den schnellsten Ladestopp seiner Klasse gewinnen. Er muss elektrische Ruhe, lange Lebensdauer und jederzeit abrufbare Leistung so verbinden, dass das Ergebnis zuerst wie ein Rolls-Royce wirkt und erst danach wie ein Technologieträger.
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