Der Renault Twingo Electric, seit 2021 erhältlich, ist ein vollelektrischer Kleinwagen im Steilheck-Design. Er basiert auf dem bekannten Twingo-Modell, das speziell für den Stadtverkehr ausgelegt ist. Der kompakte Elektroantrieb leistet 82 PS und bietet eine Reichweite von bis zu 190 Kilometern nach WLTP, was ihn für den urbanen Einsatz ideal macht. Mit seinem wendigen Handling und einer Länge von nur 3,61 Metern passt der Twingo in nahezu jede Parklücke. Preislich startet das Modell bei etwa 24.000 Euro und konkurriert mit dem Fiat 500e und dem Smart EQ Forfour.
Renault Twingo 2021 E-Tech Electric: Bildergalerie: Exterieur, Innenraum und Details
Ein weisser Renault Twingo E-Tech Electric 2021 steht vor moderner Architektur.
Das Cockpit des Renault Twingo E-Tech Electric 2021 zeigt graue Akzente.
Das Cockpit des Renault Twingo E-Tech Electric 2021 zeigt gelbe Akzente.
Das Cockpit des Renault Twingo E-Tech Electric 2021 zeigt rote Akzente.
Das Cockpit des Renault Twingo E-Tech Electric 2021 zeigt helle Akzente.
Die Navigation des Renault Twingo E-Tech Electric 2021 ist auf dem Zentraldisplay zu sehen.
Der Tacho des Renault Twingo E-Tech Electric 2021 ist hinter dem Lenkrad zu sehen.
Der Schalthebel des Renault Twingo E-Tech Electric 2021 ist in der Mittelkonsole zu sehen.
Das Rad des Renault Twingo E-Tech Electric 2021 zeigt eine zweifarbige Felge.
Neuer Stadtfokus
Der Renault Twingo ist als Elektroauto besonders interessant, weil Renault damit wieder ein sehr kleines, bezahlbares Stadtauto ernst nimmt. Während viele neue Elektroautos größer, schwerer und teurer wurden, setzt der neue Twingo E-Tech auf das Gegenteil: kurze Karosserie, kleine Batterie, geringes Gewicht, einfache Technik und ein Preisziel unter 20.000 Euro. Damit steht er nicht nur in der Tradition des ersten Twingo von 1992, sondern auch als Gegenentwurf zu immer größeren Elektro-SUVs.
Für Renault ist der Twingo mehr als ein Retro-Projekt. Er soll zeigen, dass ein europäischer Hersteller im günstigen Elektrosegment wieder konkurrenzfähig sein kann, obwohl chinesische Marken und Stellantis-Modelle wie Citroën ë-C3, Fiat 500e, Leapmotor T03 oder Dacia Spring den unteren Preisbereich stark unter Druck setzen. Der Twingo muss deshalb nicht nur sympathisch aussehen, sondern technisch erklären, warum weniger Auto im Stadtverkehr oft die bessere Lösung ist.
Vom alten Electric
Der Twingo Electric von 2021 war noch stark vom damaligen Verbrenner-Twingo und der Kooperation mit smart geprägt. Er war ein sehr kompaktes Stadtauto mit kleinem Akku, kurzer Reichweite und klarer Urban-Ausrichtung. Seine Stärke lag im engen Wendekreis, der übersichtlichen Karosserie und der einfachen Nutzung in der Stadt. Seine Schwäche war die begrenzte Alltagsspanne: Für Pendler mit längeren Wegen oder regelmäßige Autobahnetappen war er deutlich zu knapp ausgelegt.
Der neue Twingo E-Tech setzt diese Idee fort, aber auf einer moderneren Basis. Er bleibt bewusst klein, bekommt aber mehr Reichweite, ein deutlich besseres Raumkonzept, aktuelle Assistenzsysteme und eine stärkere Kostenlogik. Damit ist er nicht einfach eine Modellpflege, sondern ein Neustart des Twingo-Konzepts als günstiger Elektro-Kleinwagen für Europa.
Ampere-Ansatz
Entwickelt wurde der neue Twingo E-Tech von Ampere, der Elektro- und Softwareeinheit der Renault Group. Der Zeitplan war ungewöhnlich aggressiv: Aus dem 2023 gezeigten Konzept sollte in weniger als zwei Jahren ein Serienauto entstehen. Das erklärt einige Entscheidungen am Fahrzeug. Renault reduziert Komplexität, nutzt klare Paketlogik, beschränkt die Antriebsauswahl und setzt auf einfache, skalierbare Technik.
Die Plattformlogik ist eng mit Renaults neuer Kleinwagen-Elektrostrategie verbunden. Der Twingo steht unterhalb von Renault 5 und Renault 4, nutzt aber Erkenntnisse aus deren Elektroarchitektur. Wichtig ist nicht maximale technische Vielfalt, sondern ein Kostenrahmen, der ein echtes Einstiegs-EV ermöglicht. In diesem Segment entscheidet nicht, wer die höchste Ladeleistung bietet, sondern wer Reichweite, Preis, Gewicht und Alltagspraxis sauber balanciert.
Kleine Batterie
Der neue Twingo E-Tech nutzt einen 27,5-kWh-LFP-Akku. Das ist im Vergleich zu vielen aktuellen Elektroautos sehr klein, aber genau der Punkt des Konzepts. Ein Stadtauto braucht keine 70-kWh-Batterie, wenn typische Tagesstrecken deutlich darunter liegen. Renault spricht selbst davon, dass viele Zielkunden nur kurze tägliche Wege fahren. Eine kleine Batterie senkt Kosten, Gewicht, Rohstoffbedarf und Ladezeiten.
LFP-Zellchemie passt dazu. Sie ist günstiger, robust und kommt ohne Nickel und Kobalt aus. In Verbindung mit einer Cell-to-Pack-Architektur soll Renault die Batteriekosten deutlich reduzieren. Der Nachteil ist die geringere Energiedichte. Der Twingo löst das nicht mit größerem Akku, sondern mit Effizienz: geringes Gewicht, schmale Reifen, Aerodynamikarbeit und ein Antrieb, der eher auf Stadt- und Landstraßentempo als auf hohe Dauerleistung ausgelegt ist.
Reichweite
Renault nennt für den neuen Twingo E-Tech bis zu 263 Kilometer WLTP-Reichweite. In die Modellseite liegt die alltagsnähere Einordnung niedriger, bei rund 190 Kilometern. Diese Differenz ist für ein kleines Elektroauto wichtig. Der Twingo ist kein Langstreckenfahrzeug, sondern ein urbaner Alltagswagen, der kurze Pendelstrecken, Einkäufe, Kita, Schule, Arbeit und Freizeitwege abdecken soll.
Genau deshalb ist die Reichweite sinnvoller, als sie auf den ersten Blick wirkt. Wer täglich 20 bis 50 Kilometer fährt und regelmäßig zu Hause, am Arbeitsplatz oder öffentlich AC laden kann, braucht nicht zwingend einen großen Akku. Wer dagegen häufig Autobahn fährt, im Winter lange Strecken plant oder nur selten laden kann, wird mit dem Twingo schnell an Grenzen stoßen. Das Auto ist gut, wenn das Nutzungsprofil stimmt.
Laden
Beim Laden bleibt Renault bewusst pragmatisch. Seriennah werden AC-Laden und optional stärkere Ladepakete wichtiger als extreme DC-Werte. In Test- und Herstellerangaben werden 6,6 kW AC als Basis, optional 11 kW AC und bis zu 50 kW DC genannt. Das reicht für einen 27,5-kWh-Akku aus, ist aber keine Schnelllade-Offensive. Ein leerer Akku ist an der Wallbox in wenigen Stunden wieder voll; an DC-Säulen geht es schneller, aber nicht auf Fernreise-Niveau.
Die Kritik ist naheliegend: 50 kW DC wirken 2026 niedrig. Für den Twingo ist das aber eine bewusste Kostenentscheidung. Höhere Ladeleistung würde stärkere Kühlung, teurere Leistungselektronik und mehr Absicherung erfordern. Renault nimmt stattdessen in Kauf, dass der Twingo gelegentliche Schnellladestopps kann, aber nicht für häufige Langstrecken optimiert ist. Diese Ehrlichkeit passt besser zum Fahrzeug als ein teures Ladesystem, das die meisten Käufer selten nutzen würden.
Raumtrick
Mit rund 3,79 Metern Länge bleibt der neue Twingo sehr kurz, bietet aber fünf Türen und einen Radstand von knapp 2,49 Metern. Damit nutzt Renault die elektrische Kleinwagenarchitektur deutlich besser als beim alten Twingo Electric. Vor allem die zweite Reihe ist flexibler: verschiebbare Rücksitze erlauben mehr Knieraum oder mehr Kofferraum, je nach Nutzung.
Der Kofferraum ist für die Fahrzeugklasse ein starkes Argument. Renault nennt bis zu 360 Liter beziehungsweise 305 dm³ VDA, abhängig von Sitzstellung und Messmethode. In die Modellseite ist ebenfalls ein hoher Nutzwert hinterlegt. Das ist für ein A-Segment-Fahrzeug bemerkenswert und zeigt, dass der Twingo nicht nur über Design funktioniert. Er soll ein kleines Auto sein, das im Alltag weniger Verzicht verlangt als seine Außenlänge vermuten lässt.
Retro mit Zweck
Das Design zitiert den ersten Twingo deutlich: freundliches Gesicht, kurze Überhänge, hohe Karosserie, runde Leuchten und eine spielerische Grundhaltung. Das ist nicht nur Nostalgie. Kleine Elektroautos müssen auffallen, wenn sie gegen größere Gebrauchtwagen, günstige Verbrenner und Leasing-SUVs bestehen wollen. Der Twingo verkauft nicht nur Mobilität, sondern auch Sympathie.
Gleichzeitig bleibt die Form funktional. Die hohe Dachlinie hilft dem Innenraum, die großen Türen erleichtern den Einstieg, und die senkrechtere Heckpartie verbessert Nutzwert und Übersicht. Renault vermeidet damit den Fehler, aus einem günstigen Stadtauto ein reines Lifestyle-Objekt zu machen. Der Twingo sieht bewusst emotional aus, aber viele seiner Proportionen dienen dem Packaging.
Fahrcharakter
Mit 60 kW Leistung ist der neue Twingo kein starkes Elektroauto. Der Sprint auf 100 km/h dauert deutlich über zehn Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 130 km/h. Für Autobahn und schnelle Landstraße ist das ausreichend, aber nicht souverän. In der Stadt dagegen zählt etwas anderes: direktes Ansprechen, geringes Gewicht, kleiner Wendekreis, gute Übersicht und einfache Dosierbarkeit.
Erste Fahrberichte ordnen den Twingo genau dort positiv ein. Er wirkt leicht, wendig und überraschend erwachsen, solange man ihn nicht wie ein Langstreckenauto behandelt. Kritisiert werden eher die bewusst einfache Auslegung, begrenzte Leistung und die Tatsache, dass Budget-Entscheidungen sichtbar bleiben. Das ist technisch nachvollziehbar. Ein günstiges Elektroauto kann nicht in jeder Disziplin Premium spielen.
Software
Im Innenraum setzt Renault auf moderne Infotainment-Technik mit digitalem Fahrerdisplay und zentralem Touchscreen. Je nach Ausstattung kommt Google-basierte Software zum Einsatz, wie man sie aus anderen Renault-Modellen kennt. Für ein günstiges Stadtauto ist das relevant, weil Navigation, Ladepunkte, Smartphone-Anbindung und Over-the-Air-Pflege heute auch in kleinen Elektroautos erwartet werden.
Gleichzeitig muss Renault die Bedienung einfach halten. Der Twingo darf nicht an zu vielen Menüs scheitern, wenn er als unkompliziertes Alltagsauto überzeugen soll. Positive Stimmen loben die klare Gestaltung und die verspielten Details. Die technische Herausforderung liegt darin, günstige Hardware, brauchbare Ladeplanung und langfristige Softwarepflege sauber zusammenzubringen.
Assistenz
Der neue Twingo bekommt deutlich mehr Sicherheits- und Assistenztechnik als der alte Twingo Electric. Renault nennt zahlreiche Fahrerassistenzsysteme, je nach Markt und Ausstattung bis hin zu adaptiver Geschwindigkeitsregelung, Einparkhilfen und moderner Notbremslogik. Das ist in der Klasse wichtig, weil günstige Elektroautos oft den Eindruck erzeugen, bei Sicherheit und Komfort sparen zu müssen.
Trotzdem bleibt die Einordnung nüchtern. Ein kleines, günstiges A-Segment-Elektroauto wird nicht die gleiche Geräuschdämmung, Crashmasse und Langstreckenruhe bieten wie größere Modelle. Assistenzsysteme helfen, ersetzen aber keine höhere Fahrzeugklasse. Der Twingo ist sicherer und moderner als frühere Kleinstwagen, bleibt aber ein bewusst leichtes Stadtfahrzeug.
Kostenlogik
Der entscheidende Punkt des neuen Twingo ist der Preis. Renault nennt in Frankreich einen Einstieg ab 19.490 Euro vor Förderungen. Damit bewegt sich der Twingo in einem Bereich, in dem Elektroautos wieder mit kleinen Verbrennern, günstigen Gebrauchtwagen und Leasingangeboten konkurrieren können. Genau das war in Europa lange ein Problem: Viele bezahlbare Stadtautos verschwanden, während neue Elektroautos zu teuer wurden.
Die Kostenlogik erklärt auch die technischen Grenzen. Kleine Batterie, begrenzte Ladeleistung, einfache Motorisierung und reduzierte Variantenvielfalt sind keine Schwächen aus Versehen, sondern Teil des Konzepts. Der Twingo wird dann stark, wenn man ihn als günstiges, effizientes Stadt-EV versteht. Wer ihn mit größeren Elektroautos vergleicht, verfehlt den Zweck.
Offene Punkte
Der Renault Twingo E-Tech hat klare Grenzen: kein Langstreckenfokus, nur vier Sitzplätze, moderate Leistung, begrenzte DC-Ladeleistung und ein Nutzungsprofil, das stark vom Ladealltag abhängt. Für Haushalte ohne Lademöglichkeit kann selbst ein kleiner Akku unpraktisch sein, wenn öffentliche AC-Ladepunkte knapp oder teuer sind. Auch Autobahnfahrten im Winter werden nicht seine Paradedisziplin.
Gerade deshalb ist der neue Twingo ein wichtiges Elektroauto. Er versucht nicht, alle Aufgaben zu lösen, sondern eine häufige Aufgabe sehr effizient zu bedienen: bezahlbare, praktische Elektromobilität für kurze und mittlere Alltagswege. Wenn Renault Preis, Lieferfähigkeit und reale Effizienz hält, kann der Twingo im kleinen EV-Segment eine ähnliche Rolle spielen wie sein Vorbild in den 1990er-Jahren: kein Luxusprodukt, sondern ein intelligentes Stadtauto mit Charakter.
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