2026 Mercedes GLB

Preis startet ab 53.455 €
Jahrgang

Der neue GLB führt 2026 den bisherigen Verbrenner-GLB und den elektrischen EQB wieder unter einem Modellnamen zusammen. In der Elektroversion ist er dennoch weit mehr als ein umbenanntes Facelift: Die MMA-Architektur bringt Hinterradantrieb, 800-Volt-Technik und erstmals einen 127 Liter großen Frunk in diese Mercedes-Klasse. Fünf oder optional sieben Sitze sowie 540 Liter Kofferraum erhalten die besondere Familienrolle zwischen GLA und GLC. Die Palette reicht vom GLB 200 mit 58-kWh-Batterie bis zu 85-kWh-Versionen mit Heck- oder Allradantrieb; bis zu 320 kW Ladeleistung und mehr als 630 Kilometer WLTP sind möglich. Damit verbindet der GLB seltene Innenraumvariabilität mit einem echten technischen Generationssprung.

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Elektrischer GLB

Der Mercedes GLB mit EQ-Technologie ist für Mercedes wichtiger als der frühere EQB. Er übernimmt nicht nur die Rolle des kompakten Elektro-Familien-SUV, sondern wechselt auf die neue elektrische Architektur, die bereits beim CLA mit EQ-Technologie den Effizienzsprung der Marke gezeigt hat. Damit steht der GLB nicht mehr als umgebauter Verbrenner neben dem klassischen Modell, sondern als eigenständiger Elektro-GLB mit 800-Volt-Technik, neuer Softwaregeneration und deutlich besserem Langstreckenanspruch.

Gleichzeitig bleibt der GLB seiner ursprünglichen Idee treu: Er soll kein glattes Lifestyle-SUV sein, sondern ein praktisches, kantigeres Familienauto mit viel Raum auf überschaubarer Grundfläche. Genau diese Kombination ist selten. Viele Elektro-SUVs bieten Reichweite und Leistung, aber keine optionale dritte Sitzreihe. Viele Siebensitzer sind groß, schwer und teuer. Der elektrische GLB versucht, diese Lücke mit Mercedes-Anspruch, hoher Ladeleistung und variabler Kabine zu besetzen.

MMA-Basis

Technisch steht der elektrische GLB auf der neuen Mercedes Modular Architecture, kurz MMA. Diese Plattform ist für elektrische Antriebe ausgelegt, erlaubt aber auch Hybridvarianten. Für den GLB ist entscheidend, dass die Elektroversion nicht mehr mit den Einschränkungen des alten EQB startet. Batterie, Leistungselektronik, Antriebseinheiten und Software sind näher an der neuen CLA-Generation als am bisherigen Kompakt-SUV-Baukasten.

Das sieht man an mehreren Punkten: 800-Volt-Architektur, hohe DC-Ladeleistung, effizientere E-Motoren, neue MB.OS-Software und ein deutlich besseres Packaging. Der GLB ist größer geworden, der Radstand ist gewachsen, und die Karosserie wurde stärker auf Innenraum und Elektroantrieb abgestimmt. Die Plattform soll damit nicht nur bessere Zahlen liefern, sondern die Schwächen früherer Mercedes-Elektrokompakter korrigieren: Ladegeschwindigkeit, Effizienz und Raumgefühl.

Raumkonzept

Der GLB bleibt bewusst kantig. Diese Form ist aerodynamisch nicht ideal, schafft aber den praktischen Mehrwert, den Kunden in dieser Klasse suchen: hohe Sitzposition, große Türen, gute Kopffreiheit und ein variabler Innenraum. Mercedes hat die zweite Reihe verbessert und die hinteren Türen vergrößert, damit der Zugang zur optionalen dritten Sitzreihe leichter wird. Die Rückbank lässt sich verschieben, was im Alltag wichtiger ist als ein einzelner Maximalwert im Datenblatt.

Genau hier unterscheidet sich der GLB von vielen elektrischen Kompakt-SUVs. Ein Tesla Model Y, Skoda Enyaq, VW ID.4 oder Kia EV5 bietet viel Platz, aber der GLB setzt stärker auf modulare Nutzung. Er kann Familienauto, Langstrecken-SUV, Dienstwagen und bei Bedarf Siebensitzer sein. Diese Vielseitigkeit ist sein Kernargument, nicht die sportlichste Linienführung oder der niedrigste Verbrauch.

Dritte Reihe

Die optionale dritte Sitzreihe bleibt ein echter Mehrwert, aber sie muss realistisch eingeordnet werden. ADAC und andere Fahrberichte beschreiben die Plätze sechs und sieben klar als Lösung für Kinder oder kurze Strecken. Erwachsene sitzen dort zu eng, vor allem bei Kopffreiheit und Beinraum. Das ist bei einem kompakten SUV nicht überraschend, aber wichtig für Käufer, die den GLB als vollwertigen Siebensitzer lesen.

Technisch zeigt die dritte Reihe dennoch, wie gut Mercedes die Plattform verpackt hat. Ein Elektroauto mit Unterflurbatterie, großem Akku und optional sieben Sitzen ist anspruchsvoll, weil Batteriehöhe und Innenraum konkurrieren. Der GLB löst das nicht perfekt, aber praxisnah. Wer regelmäßig sieben Erwachsene transportieren will, braucht ein größeres Fahrzeug. Wer gelegentlich Kinder, Freunde oder kurze Familienetappen mitnimmt, bekommt eine seltene Elektro-Option.

Frunk und Kofferraum

Der Fünfsitzer bietet bis zu 540 Liter Kofferraumvolumen, der Siebensitzer mit verstauter dritter Reihe etwa 480 Liter. Dazu kommt bei der Elektroversion ein 127 Liter großer Frunk unter der Fronthaube. Dieser vordere Stauraum ist nicht nur ein nettes Detail, sondern ein praktischer Vorteil gegenüber vielen Elektro-SUVs, die vorne keinen oder nur sehr kleinen Zusatzraum bieten.

Der Frunk eignet sich für Ladekabel, Skischuhe, Wanderausrüstung oder kleinere Taschen und entlastet den Kofferraum. Gerade bei Familienfahrzeugen zählt solche Stauraumlogik stark. Der GLB nutzt seine Elektroarchitektur damit nicht nur für Reichweite und Ladeleistung, sondern auch für Alltagstauglichkeit. Das ist ein Punkt, an dem er sich spürbar vom alten EQB und von einigen Wettbewerbern absetzt.

Batterien

In der Übersicht stehen drei elektrische GLB-Varianten: der GLB 200 mit 58-kWh-Akku, der GLB 250+ mit 85 kWh und der GLB 350 4MATIC ebenfalls mit 85 kWh. Die kleinere Batterie nutzt LFP-Zellchemie, die größeren Versionen setzen auf NMC. Damit trennt Mercedes die Modellfamilie klar: Einstieg mit robusterer, günstigerer Batteriechemie und Langstreckenvarianten mit höherer Energiedichte.

Diese Unterscheidung ist technisch sinnvoll. LFP bietet Vorteile bei Kosten, thermischer Stabilität und Rohstoffmix, hat aber weniger Energiedichte. NMC eignet sich besser für hohe Reichweiten und leistungsstärkere Varianten. Der GLB 200 passt deshalb eher zu Nutzern mit kürzeren Strecken und planbarem Ladealltag. Der GLB 250+ ist das Reichweitenmodell. Der GLB 350 4MATIC ergänzt Traktion und Leistung, nimmt dafür etwas Effizienz zurück.

800 Volt

Die 800-Volt-Architektur ist einer der größten Fortschritte gegenüber dem alten EQB. Sie erlaubt deutlich höhere Ladeleistungen und reduziert bei gleicher Leistung die Stromstärken im Hochvoltsystem. Das hilft bei Kabelquerschnitten, Verlusten und thermischer Belastung. Für ein Familien-SUV ist das relevant, weil lange Urlaubsfahrten, volle Beladung und hohe Autobahnanteile die Lade- und Temperaturreserven stärker fordern als der Stadtverkehr.

Die 85-kWh-Versionen können laut Mercedes an passenden DC-Säulen bis zu 320 kW erreichen und in zehn Minuten Energie für bis zu etwa 260 Kilometer WLTP-Reichweite nachladen. Der kleinere GLB 200 liegt darunter, bleibt mit 800-Volt-Technik und hoher DC-Leistung aber ebenfalls deutlich moderner als viele 400-Volt-Kompakt-SUVs. Entscheidend wird die reale Ladekurve sein, nicht nur der Spitzenwert.

Ladepraxis

Bei den 85-kWh-Modellen nennt Mercedes rund 22 Minuten für den Bereich von zehn auf 80 Prozent. Für den GLB 200 mit 58-kWh-LFP-Akku stehen niedrigere, aber weiterhin starke Ladeleistungen im Raum. In der Praxis hängt das Ergebnis von Säule, Temperatur, Akkustand und Vorkonditionierung ab. Gerade beim GLB ist das relevant, weil seine Karosserie weniger effizient ist als die des CLA und er häufiger mit Familie, Gepäck oder Anhänger genutzt werden dürfte.

AC-seitig ist in den Daten ein 11-kW-Lader hinterlegt. Je nach Markt und Ausstattung ist optional auch 22 kW AC relevant. Für Kunden ohne eigene Wallbox oder mit häufigem Laden an öffentlichen AC-Säulen kann das wichtiger sein als der maximale DC-Wert. Der GLB ist damit nicht nur auf den schnellen Autobahnstopp ausgelegt, sondern soll auch im europäischen Ladealltag funktionieren.

Zwei-Gang-Antrieb

Ein technisches Detail der neuen Mercedes-Elektroplattform ist die Electric Drive Unit 2.0 mit effizientem Zwei-Gang-Getriebe an der Hinterachse. Das ist ungewöhnlich, weil viele Elektroautos mit einer festen Übersetzung auskommen. Mercedes nutzt den zweiten Gang, um Effizienz und Fahrbarkeit bei höheren Geschwindigkeiten zu verbessern. Gerade auf der Autobahn kann das helfen, Verbrauch und Drehzahlniveau zu senken.

Dieser Ansatz passt zum GLB. Er ist kein flacher Effizienzrekordler, sondern ein hohes SUV mit viel Nutzwert. Um trotzdem große Reichweiten zu erreichen, muss Mercedes an vielen Stellen arbeiten: Antrieb, Getriebe, Aerodynamik, Reifen, Thermomanagement und Software. Der Zwei-Gang-Antrieb ist deshalb kein Showelement, sondern ein Baustein, um die weniger günstige Karosserieform elektrisch langstreckentauglich zu machen.

Allrad

Der GLB 350 4MATIC ergänzt den Heckantrieb um einen vorderen E-Motor und kommt in die Modellseite auf 260 kW. Damit wird der GLB nicht zum AMG, aber deutlich souveräner. Der Allrad bringt mehr Traktion bei Nässe, Schnee, Anhängerbetrieb und zügigem Beschleunigen. Für ein Familien-SUV ist das plausibler als reine Sportlichkeit.

Wichtig ist die Anhängelast. Der ADAC nennt für das 4MATIC-Modell bis zu zwei Tonnen. Das ist für ein Elektro-SUV dieser Größe ein starker Wert und macht den GLB für Wohnwagen, Anhänger und Freizeitnutzung deutlich interessanter. Gleichzeitig gilt: Anhängerbetrieb kostet elektrisch viel Reichweite. Der 350 4MATIC kann ziehen, aber Langstrecken mit Anhänger bleiben eine Ladeplanungsaufgabe.

Innenraum

Innen setzt Mercedes auf ein deutlich digitaleres Cockpit mit optionalem MBUX Superscreen, MB.OS, neuer MBUX-Generation und KI-gestütztem Assistenten. Das bringt den GLB technologisch näher an CLA und die kommende Mercedes-Elektrogeneration. Für viele Käufer wird das ein wichtiger Schritt sein, weil der alte EQB im Infotainment und bei der Elektrosoftware nicht mehr frisch wirkte.

Die Kritik liegt im Detail. Viele digitale Funktionen sind optional oder an Dienste und Pakete gebunden. Der ADAC weist darauf hin, dass Augmented Reality, Online-Entertainment oder präzisere Reichweitenfunktionen teilweise extra kosten. Bei einem Elektro-SUV deutlich oberhalb von 50.000 Euro ist das ein relevanter Punkt. Mercedes liefert moderne Technik, aber nicht jede für Elektrofahrer wichtige Funktion ist automatisch serienmäßig voll ausgeschöpft.

Fahreindruck

Erste Fahrberichte beschreiben den elektrischen GLB als handlicher, als es seine Größe vermuten lässt. Die Leistung des GLB 250+ reicht für souveräne Langstrecken, der 350 4MATIC wirkt kräftiger und traktionsstärker. Gleichzeitig bleibt der Charakter eher komfortabel und familienorientiert. Der GLB soll nicht als sportliches SUV überzeugen, sondern als ruhiges, variables und effizientes Reisefahrzeug.

Die Verbrauchseinordnung ist nüchtern. Mercedes nennt je nach Version Werte um 15,8 bis 18,3 kWh pro 100 Kilometer nach WLTP. In ersten Eindrücken sind bei moderater Fahrweise etwa 18 kWh möglich; auf der Autobahn oder bei zügiger Fahrweise stehen eher Werte über 20 kWh im Display. Das ist für Form, Gewicht und Nutzwert nachvollziehbar. Der GLB wird nicht so effizient wie ein CLA, kann aber dank großem Akku und schneller Ladefähigkeit langstreckentauglich bleiben.

Kritische Punkte

Der elektrische GLB löst viele Schwächen des alten EQB, aber er ist kein kompromissfreies Auto. Die dritte Reihe bleibt eng, die Karosserie ist aerodynamisch anspruchsvoll, viele Komfort- und Digitalfunktionen kosten extra, und die besten Lade- und Reichweitenwerte gelten vor allem für die großen 85-kWh-Versionen. Der GLB 200 macht den Einstieg günstiger, ist aber mit 58-kWh-Akku klar weniger langstreckenstark.

Trotzdem ist der Fortschritt deutlich. Der GLB mit EQ-Technologie verbindet seltene Siebensitz-Option, 127-Liter-Frunk, 800-Volt-Laden, hohe Reichweite und echte Familienpraktik. Damit wird er nicht nur Nachfolger des EQB, sondern ein deutlich ernsthafterer Mercedes-Beitrag im elektrischen SUV-Markt. Seine Stärke liegt nicht in einem einzelnen Rekordwert, sondern in der Summe aus Raum, Ladefähigkeit, Plattformtechnik und Alltagstauglichkeit.

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