Mit dem B05 greift Leapmotor 2026 erstmals die europäische Kompaktklasse mit einem ausdrücklich fahrdynamisch positionierten Modell an. Der 4,43 Meter lange Fünftürer kombiniert Coupé-Proportionen und rahmenlose Türen mit Heckantrieb, einer 50:50-Gewichtsverteilung und einer gemeinsam mit Stellantis abgestimmten Fahrwerksauslegung. Seine Cell-to-Chassis-Konstruktion bindet die Batterie als tragendes Element ein und schafft trotz flacher Silhouette einen vollwertigen Innenraum. Zwei LFP-Akkus mit 56,2 und 67,1 kWh ermöglichen bis zu 401 beziehungsweise 482 Kilometer WLTP-Reichweite; geladen wird mit bis zu 174 kW. Damit ist der B05 nicht bloß der kleinere Bruder des B10, sondern Leapmotors eigenständige Alternative zu ID.3, Born und MG4.
2026 Leapmotor B05: Bildergalerie: Exterieur, Innenraum und Details
Leapmotor B05: neuer Druck in der Kompaktklasse
Der Leapmotor B05 ist kein weiteres kleines Elektroauto am Rand des Marktes, sondern ein direkter Angriff auf die europäische Kompaktklasse. Mit 4,43 Meter Länge, fünf Türen, Heckantrieb und zwei Batterievarianten zielt er auf genau jene Käufer, die bisher zwischen VW ID.3, MG4 Electric, Renault Megane E-Tech, CUPRA Born oder kommenden günstigeren Kompaktmodellen abgewogen haben. Der B05 will dabei nicht über ein exotisches Konzept auffallen, sondern über eine sehr klare Kombination aus Platz, Ausstattung, Reichweite und Preis.
In China läuft das Modell als Leapmotor Lafa 5, für Europa nutzt Leapmotor die Bezeichnung B05. Diese Doppelrolle ist wichtig, weil sie zeigt, wie stark das Auto bereits global gedacht ist. Die technische Basis kommt aus Leapmotors neuer Plattformgeneration, die europäische Vermarktung läuft über das Stellantis-Umfeld, und perspektivisch ist auch europäische Produktion im Gespräch. Damit steht der B05 für eine neue Phase chinesischer Elektroautos: weniger reine Import-Nische, mehr direkter Wettbewerb im Volumensegment.
LEAP 3.5 als Basis
Der B05 baut auf der LEAP-3.5-Plattform auf, die Leapmotor für seine neueren B-Modelle nutzt. Im Unterschied zu vielen günstigeren Kompakt-Elektroautos setzt er auf Heckantrieb. Der Elektromotor arbeitet an der Hinterachse, während die Vorderachse vor allem lenkt. Das hilft der Fahrbalance, weil Antriebs- und Lenkkräfte getrennt bleiben. In Verbindung mit dem tief im Boden sitzenden Akku entsteht ein Schwerpunkt, der deutlich niedriger liegt als bei vielen Crossover-Konzepten.
Die Proportionen wirken deshalb nicht wie ein SUV, obwohl einige Medien ihn gelegentlich so einordnen. Der B05 ist ein flaches, breites Steilheckmodell mit 1,88 Meter Breite, 1,52 Meter Höhe und 2,735 Meter Radstand. Diese Abmessungen liegen klar im C-Segment. Der lange Radstand schafft Platz im Innenraum, die breite Spur gibt dem Auto optische Stabilität, und die flache Dachlinie macht ihn dynamischer als viele elektrische Kompakt-Crossover. Technisch ist das keine radikale Architektur, aber eine sehr stimmige Grundlage für ein alltagstaugliches Elektro-Hatchback.
Zwei Akkus, ein Antrieb
Die Variantenlogik des Leapmotor B05 ist bewusst einfach. Beide Versionen nutzen einen einzelnen Heckmotor mit 160 kW und 240 Nm. Der Unterschied liegt vor allem in der Batterie: Die kleinere Version kombiniert 56,2 kWh brutto mit 55 kWh nutzbarer Kapazität, die größere Version nutzt 67,1 kWh brutto und 65 kWh netto. Dadurch bleibt die Leistungscharakteristik gleich, während Reichweite, Gewicht und Preis variieren.
Die 55-kWh-Version ist mit 320 Kilometern Reichweite und einem Leergewicht von 1.824 Kilogramm der sachlichere Einstieg. Sie passt zu Fahrern, die ein vollwertiges Kompakt-Elektroauto suchen, aber nicht jede Woche lange Autobahnetappen fahren. Die 65-kWh-Version erhöht die Reichweite auf 375 Kilometer, wiegt mit 1.912 Kilogramm aber spürbar mehr. Der Unterschied von 88 Kilogramm zeigt den klassischen Elektro-Kompromiss: mehr Batterie bringt mehr Reserve, kostet aber Gewicht und reduziert die Leichtigkeit des Fahrzeugs.
Laden und Effizienz
Im Alltag ist die 11-kW-AC-Ladung die ruhige Basis. Sie passt zu Wallbox, Arbeitsplatz und längeren Standzeiten. Für die Langstrecke wird der B05 interessanter, weil Leapmotor und mehrere Fahrberichte für die große Batterie eine DC-Spitzenleistung um 168 bis 174 kW nennen. Das ist in dieser Preis- und Fahrzeugklasse ein wichtiger Punkt. Der B05 ist kein 800-Volt-Auto, aber er soll die Batterie auf Reisen deutlich schneller nachladen können als viele einfache Einstiegs-EVs.
Die Effizienz ist dabei nicht nur eine Datenblattfrage. AutoNext berichtet von sehr niedrigen Testverbräuchen unter Alltagsbedingungen, WELT nennt im Fahrbericht einen Verbrauch um 15,9 kWh je 100 Kilometer und bestätigt damit die grundsätzlich sparsame Auslegung. Das passt zur Fahrzeugform: kein hohes SUV, keine übertriebene Leistung, kein Allradballast. Die elektrische Reichweite entsteht beim B05 nicht aus riesigen Akkus, sondern aus einer vernünftigen Kombination aus Batteriegröße, Gewicht, Aerodynamik und Antriebsauslegung.
Raum mit Einschränkung
Der lange Radstand macht den B05 innen größer, als der Preis vermuten lässt. Vorn und hinten gibt es laut Fahrberichten viel Platz, und die fünf Sitzplätze machen ihn zu einem echten Kompaktmodell statt zu einem reinen Stadtwagen. Das Ladevolumen liegt bei 345 Litern, mit umgelegter Rückbank sind bis zu 1.400 Liter möglich. Diese Spreizung zeigt den Charakter des Autos gut: Der normale Kofferraum ist nicht riesig, der variable Nutzwert aber stark.
Bei der Zuladung bleibt der B05 etwas begrenzter. Die kleinere Batterieversion bietet 314 Kilogramm, die größere 313 Kilogramm. Das reicht für Alltag, Einkauf und Gepäck, ist aber kein Spitzenwert für ein fünfsitziges Kompaktmodell. Wer den B05 regelmäßig voll besetzt und mit viel Gepäck nutzen will, sollte diesen Punkt beachten. Die Karosserie bietet Raum, die Nutzlast setzt dem Konzept aber Grenzen.
Innenraum und Bedienung
Der Innenraum folgt dem aktuellen chinesischen EV-Muster: großer zentraler Bildschirm, reduzierte Flächen, wenig physische Bedienung und viel Software. Mehrere Medien loben die Materialwirkung und die Ausstattung im Verhältnis zum Preis. carsales hebt die starke Kabinenqualität hervor, AutoNext spricht von einem ordentlich verarbeiteten, modern wirkenden Innenraum. Das ist für Leapmotor wichtig, weil die Marke in Europa noch Vertrauen aufbauen muss. Ein billiger Eindruck würde das Preisargument schnell schwächen.
Die Kritik sitzt genau an der anderen Seite derselben Medaille. AutoNext bemängelt, dass zu viele Funktionen im Touchscreen liegen. WELT beschreibt ungewohnte Detaillösungen auf der Beifahrerseite und kritisiert ein zu aufdringliches Sicherheitssystem. Top Gear weist ebenfalls darauf hin, dass fast alle Bedienelemente digital organisiert sind. Der B05 wirkt also nicht billig, aber sehr softwarezentriert. Ob das im Alltag überzeugt, hängt stark davon ab, wie schnell Leapmotor Warnlogik, Menüstruktur und Assistenzsysteme per OTA-Update an europäische Erwartungen anpasst.
Fahreindruck der Medien
Die ersten Fahrberichte fallen bemerkenswert positiv aus, aber nicht euphorisch im falschen Sinn. Top Gear beschreibt den B05 als gut ausbalanciertes Heckantriebs-Hatchback mit 50:50-Gewichtsverteilung, ordnet ihn aber nicht als Sportwagen ein. Die Abstimmung sei eher weich, die Lenkung leicht und die Beschleunigung ausreichend statt dramatisch. Das ist eine realistische Einordnung: 160 kW klingen in einem kompakten Elektroauto stark, aber fast zwei Tonnen Fahrzeuggewicht relativieren die reine Leistungszahl.
AutoNext sieht den Heckantrieb als klaren Vorteil für Balance und Fahrgefühl. carsales lobt die europäisch abgestimmte Fahrdynamik und die solide Technik, kritisiert aber die stark bildschirmbasierte Bedienung und die noch dünne Markenpräsenz. WELT lobt Lenkung, Bremsverhalten, Platzangebot und Preis, sieht aber keine echte Einzigartigkeit im Design und bemängelt den aggressiven Spurhalteassistenten. Insgesamt entsteht ein klares Bild: Der B05 ist kein emotionaler Ausnahme-Stromer, aber ein technisch reifer, gut abgestimmter und sehr preisaggressiver Herausforderer.
Preis als Hebel
Der Preis ist beim Leapmotor B05 nicht nur ein Verkaufsargument, sondern Teil des technischen Gesamtkonzepts. Die kleinere Batterieversion startet bei 27.900 Euro, die größere bei 31.900 Euro. Damit liegt der B05 unter vielen etablierten Kompaktstromern, bietet aber Heckantrieb, solide Reichweite, große Ausstattung und ein modernes Plattformlayout. Genau diese Kombination erhöht den Druck auf europäische Hersteller, weil der B05 nicht wie ein spartanisches Billigauto wirkt.
Gleichzeitig muss Leapmotor beweisen, dass Service, Softwarepflege, Assistenzkalibrierung und Restwertvertrauen mit dem Produkt mithalten. Ein niedriger Einstiegspreis allein reicht in der Kompaktklasse nicht, wenn das Auto täglich genutzt und oft als Hauptwagen gekauft wird. Hier spielt die Stellantis-Partnerschaft eine wichtige Rolle. Sie kann Vertrieb, Service und europäische Anpassung stützen, sofern Leapmotor die Marke schnell genug bekannt macht.
Welche Version passt
Die 55-kWh-Version ist die logische Wahl für preisbewusste Fahrer, die den B05 als kompaktes Alltagsauto nutzen und mit 320 Kilometern Reichweite gut auskommen. Sie bleibt etwas leichter, günstiger und sachlicher. Die 65-kWh-Version ist besser für Fahrer, die regelmäßig weitere Strecken fahren oder mehr Reichweitenreserve für Winter, Autobahn und Urlaubsfahrten wollen. Beide Varianten haben denselben 160-kW-Heckantrieb, wodurch sich die Entscheidung stärker um Reichweite, Gewicht und Budget dreht als um Fahrleistung.
Damit trifft der Leapmotor B05 einen wunden Punkt im europäischen EV-Markt. Viele Käufer wollen kein großes SUV, aber auch keinen engen Kleinwagen. Sie suchen ein bezahlbares Elektroauto mit erwachsenem Platzangebot, guter Reichweite und moderner Technik. Genau hier setzt der B05 an. Seine Schwächen liegen nicht in der Grundarchitektur, sondern in Details wie Bedienung, Warnsystemen, Markenvertrauen und Kofferraumgröße. Wenn Leapmotor diese Punkte nachschärft, kann der B05 zu einem der ernsthaftesten neuen Wettbewerber im elektrischen C-Segment werden.
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