2023 BMW i7

Preis startet ab 115.700 €
Jahrgang: 2023

Der BMW i7 2024 ist eine vollelektrische Luxuslimousine. Sie kam 2022 auf den Markt und basiert auf der letzten 7er-Reihe. Der i7 (G70) ist mit Hinterrad- oder Allradantrieb erhältlich, und schon die Basisversion ist serienmäßig mit Technik, Fahrerassistenz und Luxusfunktionen ausgestattet. Dementsprechend konkurriert der i7 mit der Oberklasse und bietet einen geräuscharmen Innenraum, unübertroffene Fahreigenschaften und ein opulentes, technikgeladenes Interieur. Der i7 konkurriert mit anderen Luxus-Elektrolimousinen wie dem Mercedes-Benz EQS und dem Tesla Model S. Obwohl er bei der maximalen Reichweite ein wenig zurückliegt, übertrifft er beide in Sachen Komfort und Geräuschlosigkeit.

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BMW i7: elektrisches Flaggschiff mit Reisefokus

Der BMW i7 ist kein eigenständiges Elektro-Experiment neben der 7er-Reihe, sondern die vollelektrische Ausprägung des BMW-Flaggschiffs. Genau das macht ihn technisch interessant. BMW trennt Luxuslimousine und Elektroauto nicht in zwei Produktwelten, sondern integriert den Hochvoltantrieb in die G70-Generation des 7er. Dadurch entsteht ein anderes Konzept als bei manchen reinen Elektro-Luxusmodellen: Der i7 soll wie ein 7er reisen, repräsentieren und gefahren werden, nur mit elektrischem Antrieb.

Mit 5,39 Meter Länge, 1,95 Meter Breite und 3,215 Meter Radstand ist der i7 eine echte Oberklasse-Limousine. Der Akku sitzt tief im Fahrzeugboden, der Innenraum ist auf Langstreckenkomfort und Fondnutzer ausgelegt, und die Varianten reichen vom heckgetriebenen eDrive50 bis zum extrem starken M70 xDrive. Der i7 ist damit weniger ein Effizienzauto als ein technisches Statement: BMW will zeigen, dass elektrische Mobilität auch in der schwersten, leisesten und luxuriösesten Klasse funktionieren kann.

G70 statt Elektro-Sonderweg

Die Plattformentscheidung prägt den Charakter des i7. BMW nutzt für Verbrenner, Plug-in-Hybrid und Elektroantrieb dieselbe 7er-Architektur. Das bringt Vorteile bei Karosseriesteifigkeit, Produktionsflexibilität und markentypischem Fahrgefühl, ist aber nicht ganz so kompromisslos wie eine reine Elektro-Skateboard-Architektur. Der i7 muss Batterie, Crashstruktur, Luftfederung, Luxusausstattung und großen Innenraum in einem sehr komplexen Gesamtpaket verbinden.

Das Ergebnis wirkt bewusst konservativer als ein aerodynamisch maximal ausgereizter Elektro-Luxusliner. Der i7 behält lange Motorhaube, klassische Stufenheck-Proportionen und eine präsente Front. Technisch ist er trotzdem klar elektrisch gedacht: der große Akku liegt im Unterboden, die Leistungselektronik ist stark integriert, und das Fahrwerk nutzt die tiefe Batteriemasse für Ruhe und Stabilität. Gerade auf langen Strecken ist diese Integration wichtiger als reine Designradikalität.

Ein Akku, drei Rollen

Alle hier geführten i7-Varianten nutzen eine nutzbare Batteriekapazität von 101,7 kWh. Die Unterschiede liegen vor allem bei Antrieb, Leistung, Gewicht und Charakter. Der eDrive50 kombiniert Heckantrieb mit 335 kW und 650 Nm. Er ist die sachlichste Version, weil er auf einen zweiten Motor verzichtet und dennoch mehr als genug Leistung für eine Oberklasse-Limousine bietet. Mit 520 Kilometern Reichweite steht er für die beste Balance aus Reichweite, Komfort und Preis.

Der xDrive60 setzt auf zwei Motoren, Allradantrieb, 400 kW und 745 Nm. Er ist der klassische Luxus-Allrounder im i7-Programm: mehr Traktion, mehr Souveränität, etwas höheres Gewicht und 510 Kilometer Reichweite. Der M70 xDrive verschiebt den Fokus deutlich Richtung Performance. Mit 485 kW, 1.100 Nm und Allradantrieb ist er das technische Ausrufezeichen, verliert aber durch Mehrleistung und Masse Reichweite. Seine 490 Kilometer zeigen den Zielkonflikt: maximaler Schub kostet Effizienz.

Fifth Generation eDrive

Der i7 nutzt BMWs fünfte eDrive-Generation. Die E-Motoren sind stromerregte Synchronmaschinen und kommen ohne permanentmagnetische Seltene-Erden-Magnete im Rotor aus. Motor, Leistungselektronik und Getriebe sind jeweils kompakt integriert. Diese technische Linie ist für BMW wichtig, weil sie Rohstoffabhängigkeit reduziert und gleichzeitig hohe Leistungsdichte ermöglicht. Beim M70 wird das besonders sichtbar: BMW nutzt an der Hinterachse eine besonders leistungsstarke Motorvariante mit sechsphasiger Auslegung und zwei Invertern.

Technisch muss dieser Antrieb mehr leisten als nur Beschleunigung. In einer Oberklasse-Limousine zählen Geräuscharmut, Dosierbarkeit, Rekuperation und Thermomanagement genauso stark. Adaptive Rekuperation, Wärmepumpe und eine auf Langstrecken ausgelegte Hochvoltbatterie sollen den i7 effizient halten, obwohl er je nach Version 2,6 bis 2,8 Tonnen wiegt. Der elektrische Antrieb passt hier nicht wegen Sportlichkeit zur Fahrzeugklasse, sondern weil er die Grundanforderungen an Luxus perfekt bedient: leise, vibrationsfrei, sofort verfügbar.

Laden als Reisethema

Beim Laden ist der i7 leistungsfähig, aber nicht an der Spitze der Elektro-Luxusklasse. AC-seitig sind 11 kW gesetzt, was für Wallbox, Hotel und Langzeitladen ausreicht. Auf der Langstrecke kann der i7 laut BMW bis zu 195 kW DC aufnehmen. Auto Express nennt für den 10-bis-80-Prozent-Bereich rund 34 Minuten, Car and Driver ermittelte in einem eigenen Schnellladetest hohe Peak-Werte, aber eine durchschnittliche Ladeleistung, die zeigt, dass der i7 keine 800-Volt-Wunderwaffe ist.

Die Einordnung ist wichtig: Der i7 hat einen großen Akku und lange reale Reisedistanzen, aber seine Ladezeit muss zur Fahrzeugnutzung passen. Wer mit Chauffeur, Pausenplanung und hohem Komfort reist, wird die Ladepausen anders bewerten als ein Vielfahrer, der jede Minute optimiert. BMWs Ladeplanung, Batteriethermik und Max-Range-Funktion helfen in kritischen Situationen, ersetzen aber keine besonders schnelle 800-Volt-Architektur. Der i7 gewinnt auf Reisen eher über Ruhe, Reichweite und Komfort als über Lade-Rekorde.

Luxus im Fond

Der Innenraum ist der eigentliche Kern des i7. BMW Curved Display, Interaction Bar, hochwertiges Lichtkonzept, Executive-Lounge-Optionen und der 31,3-Zoll-Theatre-Screen machen den i7 zu einem rollenden Medien- und Arbeitsraum. Gerade im Fond unterscheidet er sich deutlich von vielen Elektroautos, die zwar schnell und leise sind, aber nicht konsequent als Chauffeurslimousine gedacht wurden. Der i7 nutzt den E-Antrieb, um Luxus noch leiser und nahtloser wirken zu lassen.

Diese Inszenierung hat aber auch Nebenwirkungen. Car and Driver kritisiert, dass die Technik teilweise ablenken kann und der ausklappbare Fondbildschirm die Sicht nach hinten beeinträchtigt. Genau das zeigt die besondere Spannung des i7: Er ist technisch eindrucksvoll, aber sehr ausstattungs- und optionsgetrieben. Die besten Funktionen machen ihn spektakulär, erhöhen aber Komplexität, Preis und Bedienaufwand. Der i7 ist kein minimalistisches Elektroauto, sondern digitaler Luxus im Maximalformat.

Fahrwerk gegen Masse

Der i7 wiegt viel, kaschiert diese Masse aber erstaunlich gut. Adaptive Luftfederung, elektronisch geregelte Dämpfer, Integral-Aktivlenkung und je nach Version Wankstabilisierung arbeiten gegen das Gewicht. Car and Driver beschreibt den xDrive60 als extrem ruhig und stabil, mit hervorragender Radkontrolle und hoher Fahrwerksqualität, merkt aber auch an, dass die Lenkung nicht besonders gefühlvoll wirkt. Das passt zum Fahrzeug: Der i7 will nicht leicht wirken, sondern souverän.

Auto Express lobt besonders den Komfort und die Geräuschisolierung. Ohne Verbrennungsmotor fehlt zwar ein akustischer Maskierungseffekt, doch BMW kompensiert das mit intensiver Dämmung und sehr ruhiger Fahrwerksabstimmung. Beim M70 wird das Fahrwerk straffer und M-spezifischer abgestimmt, bleibt aber der Oberklasse verpflichtet. Der i7 M70 ist deshalb kein M5-Ersatz, sondern eine schnelle Luxuslimousine, die enorme Kraft mit Langstreckenkomfort verbinden soll.

Stimmen zum i7

Die externe Einordnung ist weitgehend eindeutig. Auto Express kürte den i7 zum Luxury Car of the Year und stellt Komfort, Geräuscharmut und Fond-Erlebnis in den Vordergrund. Car and Driver lobt Fahrwerksruhe, Bremsleistung und die Fähigkeit, das enorme Gewicht zu verbergen, kritisiert aber Reichweite im Autobahntempo, technische Ablenkung und einzelne Sichtthemen. BMW selbst positioniert den i7 M70 als stärkstes vollelektrisches BMW-Modell und hebt den M-spezifischen Antrieb sowie die Fahrwerksabstimmung hervor.

Diese Stimmen ergeben ein konsistentes Bild. Der i7 ist nicht der effizienteste Luxus-EV und nicht der radikalste Elektroentwurf. Er ist vielmehr eine sehr konsequente elektrische 7er-Limousine. Seine Stärken liegen in Komfort, Ruhe, Leistung, Innenraumtechnik und Langstreckenwürde. Seine Schwächen liegen bei Gewicht, Preis, Ladegeschwindigkeit im Vergleich zu 800-Volt-Rivalen und der Frage, ob so viel digitale Inszenierung jedem Nutzer hilft.

Welche Version passt

Der i7 eDrive50 ist die rationalste Wahl, wenn Reichweite, Preis und klassisches Heckantriebsgefühl wichtiger sind als maximale Traktion. Er nutzt denselben großen Akku, spart gegenüber den Allradmodellen Gewicht und Komplexität und bietet dennoch mehr Leistung, als eine Luxuslimousine im Alltag braucht. Der xDrive60 ist die ausgewogenste Variante für alle, die den i7 als voll ausgestatteten Langstrecken- und Repräsentationswagen sehen.

Der M70 xDrive ist die emotionale Spitze. Er bringt enorme Kraft, M-spezifische Technik und die stärkste Beschleunigung, wirkt aber weniger rational. Wer den besten i7 für Reichweite und Komfort sucht, muss nicht automatisch zum M70 greifen. Wer dagegen zeigen will, wie weit elektrische Performance in der Oberklasse gehen kann, findet dort die konsequenteste Version. Insgesamt bleibt der BMW i7 ein elektrisches Flaggschiff, das weniger durch Reduktion überzeugt als durch die maximale Verbindung aus Luxus, Leistung und Reisekomfort.

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